Ich fange behutsam an für meinen Trip in MeckPomm meine “7”Sachen zu Packen. Wie schon so oft, war die Packordnung schon lange vorher festgelegt. Diemal muß ich mit dem Anhänger fahren, weil ich alle Baits dabei habe, die ich und mein Angelfreund Hollie zur Verfügung haben wollen. Wir wollen uns knapp 20 Stunden in MeckPomm treffen.

1.00 Uhr nachts fahre ich los. Unterwegs rufe ich gleich bei Hollie an, ob er auch pünktlich auf die Bahn gekommen ist. Alles nach Plan! Zwischen 6 und 7 Uhr wollen wir uns am See treffen. Wie mal wieder fahre ich immer nur nachts, denn dann hat man ja nun mal am wenigsten Verkehr auf den Strassen. Gegen 5 Uhr mache ich dann eine wirklich ausgiebige Pause – 100 km vor dem Ziel. Die letzten 100km spulte ich dann im Anschluß noch zügig ab und komme um 5.30 Uhr an meinem Zielgewässer an.

Immer wieder dachte ich daran, dass gleich ein richtig super dufter Freund/Kumpel/Angelpartner auftaucht, und eine uns ein geniales Gewässer sowie schöne Angeltage bevorstehen. Diese “Pfütze”….die 260 Hektar groß ist und vor allen Dingen jede Menge Carps beinhaltet die nur drauf warteten unser Futter nieder zu machen, dies ließ mich kaum ruhen, endlich meine Ruten ins scharf zu bekommen.

Hollie und ich begrüßten uns herzlich, fast ein ganzes Jahr war seit unsrem letzten wieder sehen vergangen, nach nem Bierchen (um 7.00Uhr)musste ich erstmal für uns beide das gesamte Tackle auf den Booten verstauen.

Der ortsansässige Fischer, fuhr uns mit seinem Boot und dem gesamten Tackle zu unserem Spot. Nachdem wir den schmalen Teil hinter uns gelassen hatten lag nun eine riiiiiiesige Wasserfläche vor mir. Boaaaaaaaaaaaaaaaaaaah dachte ich wie geil iss das denn nur wieder??? Hollies Augen wurden immer größer und ich verspürte wirklich, wie seine Begeisterung war. Gegen 8.00Uhr waren wir endlich auf unsrem Spot. Ein wirklich geiles Plätzchen hatten wir uns besorgt. Der Platz versicherte er uns, wird sehr sehr selten herausgegeben da es sich dort um ein Privatgründstück handelt.

Jetzt ging es los, die Behausungen und Pod’s wurden an ihren Stellen aufgebaut, sie wurden sorgfältig ausgesucht, denn für die nä. 10Tage sollte dies ihr Platz sein. Als alles soweit stand ging’s ab ins Boot, in etwa 150m sollte eine riesige Muschelbank sein auf dieser man bequem mit 4 Ruten fischen könne. Mit dem Schlauchboot inkl. Echo fanden wir in kürzester Zeit den Hotspot, an 4 markanten Stellen wurden die Atropas zu Wasser gelassen.

Nachdem die Atropas im Wasser ihren Platz gefunden hatten, sahen wir das sich die Muschelbank etwa über 150m lang erstreckte. Aber egal es war die ja die Top Stelle des See’s auf der NUR wir Fischen konnten, weil sie vom anderen Ufer aus etwa 700m entfernt lag. Am Ufer zurück wurde die erste Rute bestückt und gen 1ten Marker gefahren, über Funk berichtete mir Hollie das sich so langsam aber sicher die 220m geflochtene dem Ende neigte. Wir beide konnten es nicht fassen die Bank sollte doch nur 150m entfernt liegen, doch ich hatte 220m auf der Rolle, dies reichte nicht…..seltsam…seltsam.

Lange Rede kurzer Sinn. Ich legte die Montage kurz im Boot  ab und wartete auf ein Zeichen von Hollie.Er spulte in Windeseile und rekordverdächtiger Zeit die letzten Meter der Geflochtenen runter, nahm anschließend die Unterfütterung ab und gab nochmals etwa 100m geflochtene drauf, als der Knoten saß, informierte er mich. Ich legte dann die erste Rute an ihrem Spot ab. Auf der Rolle war ganz leicht der Spulenkern zu sehen, wir schätzten das der Spot bei etwa 270m liegen müsste.

Die nächste Rute von mir  lag dann etwa bei 220m, aber auch bei dieser sowie bei Hollies 4 Rollen unterfütterten wir etwa so 70-100m geflochtene so hatten wir jeder so geschätzte 300m geflochtene und etwa 25m monofile Schlagschnur auf der Rolle, dies reichte dann aus um 4 Ruten auf der Muschelbank zu Fischen.

Da wir gerne am Rand eines Gewässers ablegen, beschlossen wir dies auch mit jeweils 2 Ruten zu tun. Zwei Ruten lagen in 1,00m Wassertiefe in 150m Entfernung etwa 8-10m vom Ufer entfernt, die nächsten Rute wurde nachdem wir mit dem Ruder stocherten und richtig festen Kiesboden fanden in etwa 220m in 1,20m Wassertiefe abgelegt.

Als Köder dienten uns Boilies in 18mm. Wir setzten auf jeweils 2 Ruten Fisch und 2 Ruten fruchtig. Beide Baits wurden uns sehr empfohlen, da sie so gut wie in allen Gewässern fangen und ich bei seinem letzten Trip hierhin gute Erfahrungen damit sammelte. Zusätzlich hatten wir noch Shrimp/Halibuts Pellets dabei.

Unsere Baits hatten wir eine extra Behausung zu kommen lassen, das neue Brolly von B.Richi, schützte unsre 100kg Boilies sowie unsre 150kg Pellets, vor etwaigen Regengüssen oder irgendwelchen boiliefressenden Wesen.

Gefüttert wurden ausschließlich nur halbe Boilies und Pellets. So 4-10 ganze waren auch dabei, mit dieser Mischung machte ich die besten Erfahrungen. Als alle Ruten an ihren Spots lagen, machten wir PAUSE, denn wir beide hatten die Nacht kein Auge zu getan, auch hatten wir mächtigen Kohldampf und schmissen ein paar saftige Steaks auf den Grill. Danach war Chillen angesagt.Gegen 22.00 Uhr legten wir uns beide hundemüde ab und verbrachten eine ruhige Nacht ohne jeglichen Aktionen.

Nachdem wir am Freitag gegen Mittag die Ruten neu beködert und ausgelegt hatten machten wir ein Mittagsschläfchen. Durch einen einzelnen Piep gegen 15.00Uhr wurden wir geweckt und waren nun “Fit wie en Turnschuh”. Um 18.30 als grade das Kaffeewasser im Kessel brodelte, kam das was jedem Karpfenangler sein Herz höher schlagen lässt nämlich: Piep..Pieep…Piiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiep. Biss vom allerfeinsten auf Hollies rechten Rute auf 220m Entfernung in 1,20m.

Nun ging alles schnelle, ich zog mir die Watstiefel an, holte das Schlauchboot, legte es perfekt zum einsteigen bereit. Hollie stieg ein und ich gab Gas Richtung Fisch., der immer noch vom Gefühl her ca. 150m entfernt dort wie fest geklebt auf dem ein und dem selben Fleck stand.
Hollie pumpte was das Zeugs hielt. In der Nähe des Fisches verlangsamte ich das Tempo stellte den Motor aus und hielt den Kescher parat.

Nun konnte Holie seinen ersten Drill vom Boot aus in aller Gemütsruhe erleben, immer wieder drehte der Carp uns im Kreise herum.Während Hollie im Boot kniete, machte sich sein Rücken mal wieder bemerkbar. Nach etwa 15min. war es geschafft. Ich schob den Kescher unter den mächtigen Körper des Fisches. Auf den ersten Blick schätzten wir ihn so auf guten 13-16kg.

Wir fuhren an Land zurück, legten den Fisch auf die Matte, machten alles zum wiegen fertig und begannen mit der Wiegeprocedur. Ich filmte alles mit der Video Cam und verriet Hollie, dass die Waage 17,5kg anzeigen würde. Boah 35Pfund !! Sein erster MeckPomm Carp ein 35er wie geil iss das denn?!

Nachdem die Rute wieder am Spot lag, öffnete Hollie eine 2Liter Buddel Champus (diese hatte er zu meinem 50zigsten bekommen), die er extra für den ersten MeckPomm Carp mitgenommen hatte. Diese leerten wir und feierten mit einigen Bierchen den 35er. Ich muß zugeben das eich beim Anblick des Gewichtes Bauklötze gestaunt hatte, denn ich weiß das Hollie voll zu geschlagen hatte, und einen der ganz großen des See’s auf die Matte gelegt hatte. In dem See gibt es viele, viele Carps zwischen 26 und 30 Pfund aber 35 ist ne Hausmarke und zählt wirklich zu den Großen des See’s (Seerekord liegt bei 42Pfund) wobei geschätzt wird, das wesentlich größere Fische drinnen sind.

Der Sonntag und Montag verliefen ruhig und das Wetter spielte uns überhaupt nicht in die Karten. Seit Ankunft max 11/12° dazwischen 36 Stunden Dauerregen. Den ganzen lieben langen Tag nur in Thermoanzügen rumlaufen, windig, nass, kalt und wieder und wieder nur KALT. Das ließ unsre Hoffnungen auf Bisse dahin schmelzen.

Dienstagmorgen 6.00….Fallbiss…..Hollie rief: „Fraaaahhaaank, aufsteeeehn….dein Biss“. Ich kam schlurfend, wohl kreideweiß aus dem Zelt und sagte Hollie das es mir nicht gut ging, „Geh ran Hollie, mir ist schlecht und der Biss gehört dir !!“

Der Swinger der Fallbissrute kletterte langsam wieder in Richtung Rute Hollie hob diese an und setzte den Anschlag. In der einen Hand eine gebogenen Rute, zog Hollie sich einhändig die Watstiefel an, legte den Kescher ins Schlauchboot, stieg ein und pumpte sich Richtung Fisch.
Wie selbstverständlich drillte er behutsam den Carp, auch dieses mal drehte sich das Boot etliche male im Kreise herum bevor er den Fisch endlich über den Kescherrand ziehen konnte.

Geschafft…der 2te MeckPomm Carp im Kescher. Am Ufer zurück, sah man gleich das er deutlich leichter war als sein Vorgänger, wir schätzten ihn so auf 25 Pfund. Die Waage blieb bei 11,5kg stehen.

Am Dienstag wurde es dann ein wenig wärmer, endlich konnte man sich der Thermokleidung entledigen und mit kurzen Hosen herum laufen. Den Wettervorhersagen zu glauben, sollte es aber am nächsten Tag temperaturmäßig wieder in den Keller gehen.

Da sich Dienstag sowie in der Nacht auf Mittwoch sich absolut nichts tat, außer das sich das Wetter halt wie angekündigt zusehends verschlechtert hatte, besprachen wir, wenn auch in der Nacht auf Donnerstag nichts gehen würde am Donnerstagabend den Trip vorzeitig abzubrechen.

So geschah es dann auch, gegen Abend setzte ein leichter Nieselregen ein, der sich über die ganze Nacht hinweg zog so das am Donnerstagmorgen alles klitschenass war. Ab 10.00 etwa lichtete sich der graue Himmel, es wurde wieder etwas wärmer und vor allen Dingen war es trocken so das wir in aller Gemütsruhe einpacken konnten.

Gegen 17.00 holte der Fischer uns pünktlich ab, fuhr uns zu unseren Autos, die wir anschließend in aller Seelenruhe beluden.
Anhand unsres übrig gebliebenen Futters stellten wir fest, das wir in 7 Tagen auf 8 Ruten verteilt, lediglich etwa 30kg Pellets und so Pi mal Daumen 15kg Boilies gefüttert hatten – also nicht die Welt.

 

Angekommen, kochte man uns noch einen anständigen Kaffee. Wir plauderten noch so über dies und das, und ich machte schon einen neuen Termin zum Fischen aus. So gegen 19.30 Uhr fuhren wir los, ich in Richtung Ostfriesland und Hollie Richtung Kassel, denn Roland ein weiterer guter Kumpel von uns hatte am Freitag Geburtstag, und da es auf der Rückreisestrecke liegt, bot es sich an bei ihm einen Stop einzulegen und noch eine Nacht mit ihm an seinem PB Gewässer zu Fischen.

Das unsere Montagen richtig lagen zeigen die nun folgenden Bilder. Bei jedem überprüfen unsrer Montage auf der Muschelbank sah unser Haken so aus, entweder hingen Muscheln oder Zuckmückenlarven an unsrem Haken und Montagen.

Frank van Deest
Team B.Richi