21:50 Uhr:  Die letzten Essen sind gekocht schnell noch die Bestellung zusammen geschrieben und die Ware verräumt! Endlich es ist Sonntagabend und Fishing Time. Mit gepacktem Auto geht es um 22:30 Uhr in Richtung See. Ich schalte das Radio ein und es läuft auf WDR 2 von Nirvana „Smells like Teen Spirit“, besser kann dieser Abend nicht starten.

Mit 50 Essen im Restaurant schon vorab ´ne super Leistung hingelegt, ist es jetzt  Zeit für mein heiß geliebtes Hobby! In Gedanken schon beim Aufbau vergehen die 20 min. Autofahrt wie im Fluge. Es ist nun kurz vor 23 Uhr als ich den Parkplatz am See erreiche, keine Menschenseele am See, ist ja auch kein Wunder,  ein ganz normaler Sonntag halt!

Schnell werden die paar Sachen aus dem Anhänger geräumt und auf den Trolly geladen: Schirm, Futteral, Tasche, Liege und Schlafsack das ist das Nötigste worauf ich mich bei diesen Kurzansitzen  beschränke. Ein Weg mit dem Trolly muss genug sein, da ich auch keine Lust habe diese 500 Meter doppelt und dreifach zu gehen, die Zeit ist ja begrenzt.

Die Ruten sind bereits eine halbe Stunde später montiert und Einsatzbereit, nun noch ein letztes Mal zum Auto und das kleine 180 cm lange Schlauchboot geholt und ab geht’s. Es ist eine schöne Frühsommernacht und der See liegt friedlich vor mir, ein leichter Süd/Westwind bläst über den See und die Chancen stehen doch recht gut, da das Wetter und gerade auch die Windrichtung an diesem See eine sehr wichtige Rolle spielen! Eine genaue Statistik dafür habe ich mir bereits über die letzten Jahre zugelegt und so trage ich neben den Fängen, Datum, Wassertemperatur und Windrichtung auch den Luftdruck ein.

In der Vergangenheit war es häufiger schon so, das ich geplante Futteraktionen drastisch verringerte oder auch die Futtermenge angehoben habe, weil einige Faktoren gepasst haben oder eben auch nicht! Ich endschied mich auf jeden Fall den Sommer über an einem Baggersee zu fischen der neben tiefen Bereichen auch eine Sandbank beherbergt. Diese Sandbank geht zunächst flach in Richtung Seemitte wobei Sie nach 25 Metern von 6 auf 10 Metern steil Abfällt. In meinen Augen die Richtige Wahl so konnte ich nicht nur verschiedene Tiefenbereiche befischen sondern hatte mit der Sandbank einen der Topplätze des Sees gewählt.

Ich ordnete die Ruten wie folgt an:

Die erste Rute legte ich auf Sandbank in einer Tiefe von ca. 3,5 Meter die zweite direkt am Fuß der Kante in 10 Meter tiefe (30 Meter rechts von der ersten Rute)  und die dritte Rute abseits der Sandbank in 6 Meter Wassertiefe und somit nicht direkt auf den von mir gefütterten Spod.  Es ist bereits 23:45 Uhr und die Fallen sind scharf! Kurzansitze von weniger als 14- 15 Stunden wollen gut geplant sein und bedürfen einer gewissen Vorbereitung.

Zumeist bereite ich meine Plätze 14 Tage vor und bin in der Futtermenge flexible, was der See braucht bekommt er von mir! In der kalten Jahreszeit fahre ich die Futtermenge halt zurück! Diesen Spod fütterte ich drei Wochen vor, alle zwei Tage ca. 3 Kilo Boilies und Pellets sowie gefrostete Futterballen! Mit diesen Ballen konnte ich die Fische lange am Platz beschäftigen da sie sich nur recht langsam auflösen und  eine super Wolkenbildung durch Zugabe von Milchpulver im Wasser verursachen, gerade im Sommer ein Ass im Ärmel.

Der Weißfischbestand ist in diesem Gewässer  zudem sehr gering und stellt kein großes Problem da. Es ist nun Mitternacht und ich muss unbedingt pennen, die letzten Wochen verfolgt mich irgendwie bis in den Schlaf: 10 verschiedene Hautgänge bei 11 Leuten, grausig! Irgendwann überkommt mich dann doch die Müdigkeit und ich penne ein… Piep Piep Pieppppppp,   es ist bereits 7:00 Uhr und  schon wider hell, aus dem Tiefschlaf gerissen stehe ich nun mit krummer Rute am Wasser und drille den ersten Fisch, jepper, gleich ein Guter der hier eingestiegen ist, es war die ganz flache Rute in 3,5 Meter Wassertiefe die hier ablief. Der Drill dauerte nicht sehr lange und ich konnte den ersten Fisch dieser Session bereits nach kurzer Zeit für mich verbuchen. Das Wiegen ergab ein Gewicht von knapp 16 kg. Gerade in den Morgenstunden konnte ich bereits beobachten, dass die Fische diesen Bereich aufsuchten und hier im Sand gründeln, die Taktik ging somit auf und die Platzwahl war Goldrichtig.

Beim Füttern halte ich es übrigens genau so wie beim fischen, ich beschränke mich da auf den späten Abend und die Nacht. Kein Mensch am See der dich beim füttern beobachtet und der Futterplatz bleibt meistens unberührt!  Ein traumhafter Morgen begann, die Temperaturen lagen bei ca. 17-18°, die Sonne kündigte einen schönen Tag an und der erste Fisch hatte bereits um 7 Uhr den Weg zur Matte gefunden. Mit dem Kaffee in der Hand saß ich nun unter dem Schirm und genoss die Stunden. Es ist Montagmorgen und es sind kaum Spaziergänger unterwegs, ein großer Vorteil den diese Art des Angelns unter der Woche mit sich bringt.

Kraft schöpfen! Genau diese Zeit ist es, die ich so schätze und die mir die nötige Kraft gibt, für meinen doch sehr stressigen Job, der perfekte Ausgleich auch wenn es nur für ein paar Stunden ist! 3 Stunden sitze ich nun schon hinter den Ruten auf meiner Liege, ist das Geil! Einfach ein bisschen chillen und das Wasser beobachten. Wasservögel tummeln sich am Platz und fressen in Ufernähe die Reste von Mais und Boilies.

Es ist kurz vor 11 Uhr und ein einzelner Pieper kündigt den nächsten Biss an … Wie häufig schon dieses Verhalten, piep, dann ist Ruhe und keine Minute später läuft die Latte ab… und er ist doch in die Falle gegangen! Die Rute an der 10 Meter Kante bringt den 2ten Lauf! Ein geiler Drill beginnt, ich merke wie sich die Schlagschnur langsam aus dem Sand befreit und der Fisch frei schwimmt, er zieht ruhig… und steht tief im Wasser… es dauert bedeutend länger als beim ersten lauf. Nach 10 min zeigte er sich das erste Mal an der Oberfläche ein Bulliger Spiegler glänzte an der Wasseroberfläche  weitere 5 Minuten dauerte der Drill dann im Flachwasser noch und ich kann ihn dann doch nach 15 Minuten abschöpfen! Das Wiegen ergab ein Gewicht von 19,5 Kg einer von den Top 5 im See und für mich einer der Fische die noch gefehlt haben auf meiner Liste!

Nach dem Üblichen Prozedere ist es bereits Mittag und leider schon zeit zum Packen, die Zeit vergeht einfach viel zu schnell, das Kind kommt aus der Schule und das Mittagessen muss noch gekocht werden! So schnell wie der Aufbau in der Nacht begann sind die Sachen auch wieder verschwunden. Bereits um 12:30 Uhr sitze ich im Auto und fahre die 20 Minuten bis nach Hause. Dieser Ansitz war ein voller Erfolg nicht jede Session endet natürlich so, aber viele Faktoren haben heute gepasst…! Schnell hat mich der Alltag wieder und man ist im normalen Rythmus angekommen. Im Hinterkopf aber schon die Gedanken, sie drehen sich um die nächste Session am nächsten Sonntagabend wenn es wieder ans Wasser geht und die Midnight Session beginnt. Über das Futter fange ich meine Fische, und somit ging es gleich den Dienstagabend erneut los zum füttern!

Ich fischte das Jahr konsequent so durch und konnte noch einige schöne Fische Landen, wobei ich den Spod an der Sandbank im Herbst fallen ließ, denn zu groß war der Reiz des Neuen und ich konzentrierte mich auf ein anderes Gewässer! Das erklärte Ziel sollte es zunächst an diesem Gewässer sein, einen Fisch über 15 kg zu fangen! Ich halte es so, das ich natürlich auch den schwersten Fisch im See fangen möchte und es das erklärte Ziel ist, aber ich den Zeitpunkt wann und ob ich ihn überhaupt fange nicht bestimmen kann! Deshalb ist die Chance höher einer der wenigen Fische über 15 Kilo zu haken durchaus größer als dieser eine 20 kilo plus Fisch! Naja, eine durchaus machbare Aufgabe, obwohl die Stückzahl an Satzkarpfen und Karpfen in der Größenordnung um 7-8 Kilo sehr groß sind! Was soll ich sagen, am Ende des Jahres standen 35 gefangene Fische an diesem Gewässer auf dem Zettel zwei Fische von 12 Kilo einer von 13 Kilo noch einer von 13,5 Kilo sowie ein einziger Fisch von 15,5 Kilo den ich in meiner letzten Session am See fangen konnte! Eine neue Strategie für dieses Gewässer steht bereits fest, aber dazu mehr in einem anderen Bericht!

Das Jahr neigte sich dem Ende und das Frühjahr steht bereits in den Startlöchern. 2014 soll es nach Frankreich gehen, fixe 10 Tage mit meinem Kumpel Jan und seiner Frau Janine, die einzige Tour für dieses Jahr und wenn ich mir den Terminkalender so anschaue werden es auch wieder viele Kurzansitze werden. Aber auch diese Angelei hat durchaus ihre Reize, wenig Tackle und gute Vorbereitung, das war der Schlüssel zum Erfolg!

 

 

An dieser Stelle euch allen ein Erfolgreiches Jahr 2014

Stefan Kischel

Team B.Richi Tackle


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