Berichte Teamangler

B.Richi Carp Tackle

Am letzten Samstag bot sich mir spontan die Möglichkeit für eine schnelle Nacht ans Wasser zu fahren. Nur wohin?

Die Parkseen sind langweilig ....mit meinem neuen Vereinsgewässer stehe ich auch auf Kriegsfuß .... nach sieben Blanks in Folge. Und Freunde von mir, die bis zum besagten Samstag dort saßen meldeten keinerlei Fischaktivität.
Da ich 2017 bereits 14 Nächte geblankt habe, blieb mir nur noch mein alter Freund der Fluss.

Die Angelsachen lagen, wie immer, parat im Auto und ich musste nur noch Fressalien und zwei Kilogramm meiner Boilies einpacken. Je ein Drittel 18er Birdfoodboilies, 18er Fischmehlstinker und 14er Fischmehlboilies in weiß.

Am Wasser erwartete mich und meinen Hund „Willi“ feinstes Kaiserwetter.

Die erste Rute legte ich mit einem Birdfoodboilie flussab.
Die zweite legte ich mit einem Fischmehlboilie ein paar Meter flussauf.
Jedes Rig wurde mit einem PVA-String mit ein paar halbierten Boilies bestückt. Darüber jeweils etwa 20 Boilies und gut ist! Mein Rig ist eigentlich ganz simpel. Ein 4er Gripper Haken am durchgebundenem ummanteltelten Vorfach (Viper Skinline). 2cm unterhalb des Hakens entferne ich einen kleinen Teil der Ummantelung und knete davor noch etwas Putty.

Tagsüber geht an diesem Fluss bis auf Döbel eigentlich nichts, deshalb konnte ich die Zeit nutzen um zu fotografieren und den Hund müde zu machen.
Abends konnte ich noch kurz mit einem mir fremden Angler quatschen und legte mich daraufhin aufs Ohr. Willi durfte in der Abhakmatte pennen.

Gegen 22:00 Uhr bekam ich einen guten Lauf. Als ich die Rute aufnahm bemerkte, ich nach kurzer Zeit, dass mein Gegner keineswegs ein Karpfen war. Es war der Schwan, der die Angler regelmäßig besucht und anscheindend in meine abgesenkte Schnur geschwommen war.
Ich hatte schon die Befürchtung ich würde den Schwan mit vielen vielen Metern Schnur abreißen, weil ich absolut keine Chance hatte ihn zu stoppen. Zum Glück erschlaffte kurze Zeit später die Schnur und der Schwan war frei! Sogar mein Rig war bis auf das jetzt fehlende Haar komplett intakt.

Gleich nach meiner Beruhigungskippe bekam ich einen Barbenbiss. Ja, irgendwann kann man Döbel, Barbe und Brasse untereinander unterscheiden.
Zur Erklärung: Die gemeine Barbe täuscht zunächst einen Karpfen-Fullrun vor und entscheidet sich dann doch zu einem brassentypischen Einzelgepiepse.
Nachdem ich eine schöne Barbe zurücksetzen konnte, ging ich endlich pennen.

Um Mitternacht erhielt ich den nächsten Lauf. Fullrun. Zunächst dachte ich, ich hätte einen kapitalen Wels am Haken. Der Drill zog sich satte 30 Minuten ohne, dass ich den Fisch an der Oberfläche sehen konnte. Alles sprach für einen Wels. Aber dann konnte ich den Fisch im Schein der Lampe erkennen. Ein Schuppenkarpfen, aber bei weitem nicht so groß, wie es der Drill vermuten ließe.
Nach weiteren zehn Minuten konnte ich den Karpfen endlich Keschern.
Doch kein Kleiner.
Kurz wiegen und siehe da: Personal Best!

Ich war absolut zufrieden und konnte entspannt durchpennen, bis der Brassenwecker ging.

PS: Ich habe selber nie den Berichten Glauben geschenkt, in denen es heißt man hätte eine ganze Stunde gedrillt. Nun habe ich es selber erlebt. Euch bleibt es natürlich freigestellt meinen Zeitangaben zu glauben.

Petri Heil!

Euer Lukas Brings

Ich musste früh einpacken, aber darum war ich nach einer so aufregenden Nacht auch froh!