Berichte Teamangler

Vorfreude, Vorbereitung und Genuß!

B.Richi Teamangler Bericht

 Jeder kennt das Gefühl, wenn eine längere Session bevorsteht. Planung, Taktik, Location, Futter, Tackle, Rigs, all das schwirrt uns Wochen vorher schon im Kopf herum.


Jeder kennt das Gefühl, wenn eine längere Session bevorsteht. Planung, Taktik, Location, Futter, Tackle, Rigs, all das schwirrt uns Wochen vorher schon im Kopf herum. Doch wo bleibt das Erlebnis Natur, wo bleibt der Gedanke an Spaß, oder endlich mal wieder Gespräche mit seinem Angelkumpel zu geniessen. Dies vielleicht nur ein kleiner Denkanstoss, für Euch. Nun aber zurück zu meiner Session, Mitte Mai 2016, es sollte nach Frankreich gehen zum Etang de Gaulois, ein ca. 28 ha. großes kommerziell betriebenes Gewässer in der Bourgogne. Dieser See, eine echte Perle und Augenweide eingebettet in einer Hügellandschaft.

Schon Ende vergangenen Jahres sprach mich Jeroen Albers an, der diesen See für diese Woche im Mai exklusiv reserviert hatte, und ich sagte natürlich sofort zu. Insgesamt waren wir 18 Leute, und es standen 21 Plätze zur Verfügung. Ich freute mich riesig darauf wieder einige Leute wiederzusehen, denn ich denke jeder kennt es selbst, es fehlt einem oft die Zeit, mit seinen Freunden Zeit am Wasser zu verbringen. Als Jeroen mir unmittelbar nach meiner Zusage mitteilte, dass unter den anderen 17 Leuten Manfred und Holger waren, zwei echt mittlerweile tolle Angelkumpel, mit denen ich schon einige Sessions am Wasser verbringen durfte, da war die Freude noch größer auf diese Woche. Internet, Youtube und google waren meine Helfer, um Details über diesen See zu erfahren, und je mehr ich in Erfahrung brachte, je mehr merkte ich die Anspannung und die Erwartungshaltung auf eine tolle Woche!

Da Jeroen Albers der Organisator war, hatte er auch die Swims schon im Vorfeld verteilt. Und so stand fest, Swim 14/15 durfte ich zusammen mit Manfred befischen. Dieser Swim war an einem Seitenteil des 28 ha. großen Sees gelegen, den man nur per Boot erreichen konnte.

Und so verging die Zeit wie im Fluge, und ich begann, das Tackle samt Uncas, meinen Berner Sennenhund, im Auto zu verpacken. Alles verstaut, und nach 850 km ins gelobte Land sah ich, als ich einen Hügel hinunter fuhr, den traumhaften Etang de Gaulois, und ich hatte Herzrasen vor Freude. Einge waren schon da, und so warteten wir, bis alle angekommen waren. Einige Tassen Kaffee und herzliche Begrüßungen später ging es dann los und wir machten uns auf den Weg, die Plätze aufzusuchen.

Am frühen Nachmittag dann war alles verteilt, die Bivvys standen und Manfred und ich belohnten uns erst einmal mit einem Kaffee und quatschten ein wenig über alte Zeiten, beobachteten aber beide auch das Gewässer und auch unsere Nachbarn einige hundert Meter links und rechts von uns. Der Etang de Gaulois hat einen sehr guten Karpfenbestand, man schätzt ca. 800-1000 Karpfen auf 28 ha., und wahre Schönheiten sind darunter, was schon zuhause meine Recherche ergeben hatte. Top-Fische mit 33 kg, einige über 25 kg und über 20 kg Fische darunter. Meine Futtertaktik für diese Woche war hochattraktive Fischmehl-Boilies, aber nur punktuell füttern, maximal 300-400 g pro Spot. Da wir mit je 3 Ruten fischten, waren auch diese Spots gegen Abend dann gefunden. Mit Echolot und Futterboot ging es dann die Ruten auf die Spots zu bringen. Da im großen und ganzen der See eher konturarm ist und nur nach ca. 30 – 35 m vor meinen Füßen eine lange abfallende Kante zu sehen war, die sich von 1 m nach knapp 2 m hinzog, war bei mir klar: eine Rute direkt an der Kante, und die anderen beiden Richung Seemitte auf ca. 100m Entfernung.
Der Seegrund ist eher sandig und sauber, also kaum Hindernisse. Viele werden sich jetzt fragen, warum ich meine Spots nur mit so wenig Futter angehe – nun, ich vertrete die Meinung, daß es bei Gewässern mit großem Karpfenbestand eher von Nachteil ist großflächig auf seinen Spots zu füttern, da der Futterneid sehr hoch ist und eher die kleineren und neugierigen Karpfen auf seine Spots zieht, was sich auch recht schnell bestätigen sollte, da diese Taktik mit viel Futter einige anwendeten. Und die in der ersten Nacht gefangenen Karpfen dies mit Gewichten zwischen 6-10 kg bestätigten. Auch bei Manfred und mir ging es direkt in der ersten Nacht mit einigen schönen Fischen los und wir freuten uns am nächsten Morgen über 6 schöne Spiegler bis 17 kg.

Meine Futtertaktik schien wirklich Wirkung zu zeigen und wir setzten wetier auf punktuelles Füttern unserer Spots, wobei tagsüber es eher sehr ruhig in unserem Bereich war und meine Vermutung, daß die Karpfen tagsüber in die Flachwasserzonen in den hinteren Bereich des Sees zogen. Dies zeigte auch, daß die Angler, die dort ihre Swims hatten, tagsüber viel Aktivität verzeichnen konnten. Und als der 2. Tag sich mit der Dämmerung dem Ende neigte, war es dann mit dem ersten Doppelrun soweit, der mir auch den ersten 21 kg Spiegler brachte – wow, was für ein Start!!

Auch die folgende Nacht brachte wieder 7 schöne kraftvolle Spiegler und Manfred setzte mit einem 24,5 kg Spiegler dieser Nacht die Krönung auf. Das Spiel setzte sich fort, tagsüber waren die Karpfen nicht in unserem Bereich, und so war die 3. und die 4. Nacht so wie die ersten beiden. Weiter hielten wir an unserer Taktik fest, die uns bis zum Morgen des 5. Tages schon 41 Karpfen gebracht hatte! Es lief erstaunlich gut, und als sich tagsüber das Wetter änderte, der Wind auffrischte und man in den Hügeln die dichten Regenwolken sah, wußte ich, die kommende Nacht wird keine einfache: Schaumkronen auf dem Wasser und sehr stürmischer Wind! Gegen Abend dann kam der Regen, und als ob der Schalter umgelegt wurde: die Karpfen waren da! Zweimal ein Doppelrun, und sogar einmal ein 3fach-Run. 11 Karpfen brachte mir diese Nacht, und ich schrie vor Glück mit einem neuen PB von 26,2 kg!!!

Nach 7 Tagen mit 63 Karpfen, 26,2 kg als Top-Fisch, Wahnsinn!!
Und so ging es mit einem Lächeln und weinendem Auge in Richtung Heimat, aber eines ist sicher: Etang de Gaulois wird im Kreis meiner Lieblingsgewässer aufgenommen!