Wenn das Karpfenangeln Pause hat

Was mach ich wenn die Karpfen in der Winterruhe sind? Für mich persönlich macht es wenig Sinn meine kostbare Zeit im Winter an Seen oder Kanälen zu verbringen wo die Wassertemperatur soweit im Keller ist, dass die Chance auf einen Run nur sehr gering ist. In dieser Zeit stelle ich seit ein paar Jahren liebend gerne den Hechten in Holland nach. (Danke nochmal an Holly und Matze fürs schmackhaft machen!)

 


 

Diese Hechtsaison war für mich sehr schlecht vom zeitlichen her, ich hatte einfach zu viel Stress im Job und so bin ich vielleicht, wenn es hochkommt sieben Mal ins Nachbarland gefahren. Ich liebe es über die kleinen Dörfer zu fahren, mich mit den Holländern (glaubt mir, Niederländisch und Plattdeutsch sind gar nicht so verschieden) zu unterhalten, ich mag die Gegend die Menschen und natürlich die Polder. Deswegen ist es mir auch wichtig immer höflich und korrekt unseren Nachbarn gegenüber zu sein, ich hab einfach keinen Bock das schlechte Image einiger Deutschen, womit ich sicher nicht alle über einen Kamm scheren möchte, zu bestätigen. Es gibt, wie in allen anderen Bereichen auch, leider auch immer wieder Vollpfosten die sich daneben benehmen und dann kann es schon mal passieren, dass man als Deutscher auch mal komisch angeschaut wird. Dieser Situation begegnet man am besten mit einem einfachen HOI ( Hallo ) und dann wird schon gleich alles entspannter (Hendrik hat glaub ich immer MOIN gerufen weil das HOI halt so ähnlich klingt, hihi )

Also fuhren Hendrik und ich drauf los, natürlich kennt man viele Stellen, gerade von meinem Kumpels Hechtpapst Matze, Hechtflüsterer Holly und Hans sowie noch einigen anderen. Aber fahren wir diese Stellen an? Jain, die Mischung macht es, wir fuhren ein paar bekannte Plätze an wo regelmäßig gefangen wird und ein paar neue Stellen. Mich reizt es nicht Stellen abzuklappern wo schon riesige Fische gefangen wurden, gerade wenn man irgendwas erzwingen möchte geht das meist in die Hose. Gerade der Reiz neue Stellen auszuprobieren ist doch das Spannende. Genau wie beim Karpfenfischen, nichts anderes. Bei unserer ersten Tour fuhren wir ziemlich weit rein und arbeiteten uns dann von hinten wieder Richtung Grenze, es war ein zäher Tag und anstrengender Tag an dem Hendrik und ich uns mit jeweils einem Fisch entschneidern konnten. Was diese Saison wohl sehr auffallend war, es ging im Oktober schon bombig los und lies dann immer mehr nach. Es wurde zäher. Man fährt nicht nach Holland und fängt eben zehn Hechte und darunter zwei über der magischen Metergrenze. Das denken viele, dem ist aber nicht so. Auch da muss man sich seine Fische erarbeiten. Auch wenn das bei Kumpel Matze in seinen Filmen ab und zu so rüberkommt, glaubt mir das ist harte Arbeit.


Bei unserer zweiten Tour hatten Hendrik und ich wieder die Zeit im Nacken, zu viel um die Ohren halt. Diesmal blieben wir grenznah und waren ca. 3 – 4 Stunden unterwegs. Leider ( auch wenn das jetzt ein wenig unglaubwürdig klingt ) konnte ich diesmal nur einen Fisch fangen und Hendrik ging leer aus, das war der einzige Biss des Tages und wenn man zusammen loszieht, geht es uns nicht darum den anderen an die Wand zu angeln, wir wollen Spaß haben und entspannen und ein bisschen dummes Zeug kaulen. Und schöner ist es einfach wenn beide mit einem Biss nach Hause gehen oder beide gut fangen. Ich glaub ich hab Hendrik etwas mit dem Poldervirus angesteckt, wie Matze und Holly mich damals angesteckt haben. Ich freu mich schon auf den nächsten Winter und auf ein paar gemeinsame Touren mit Kumpels und netten Gesprächen mit unseren Nachbarn. Übrigens werde ich von Kumpel Holger S. immer verarscht weil ich das Land, die Leute und die Häfen so toll finde, ok ich erwähne es einfach auch in jedem zweiten Satz, aber es ist einfach so

Jetzt freue ich mich aber erstmal auf die bevorstehende Karpfensaison und ich hoffe es geht bald los, ich kann das kalte Wetter nicht mehr sehen, kotz. In diesem Sinne, allen eine erfolgreiche Karpfensaison.

 

 

Euer Krulli / Team B.Richi Tackle